Philosophie des Filmfestivals

Das Festival

Für viele Kunst- und Kulturschaffende ist es die Erfüllung eines Traumes an der Mutterbrust des Staates saugen zu dürfen. Dass dann aber viele mutige künstlerische Visionen an den Klippen des Kulturbetriebs zerschellen, ist einleuchtend und prinzipiell wohl kaum zu vermeiden.

Um den Geschmäckern der Jurys der meisten Filmfestivals zu entsprechen, fühlt man sich oft gezwungen mit einem möglichst geringen künstlerischen Risiko zu arbeiten. Ja niemandem auf den Schlips treten, und wenn dann nur den vermeintlich Richtigen – gerade in Zeiten zwanghafter politischer Korrektheit. Aber Risikoaversion und die Abhängigkeit von Kulturinstitutionen heißt vor allem eins: Langeweile und Stagnation. Letztendlich also Sünde gegen alles was Kunst sein will und soll. Eine der Folgen: Die Irrelevanz des deutschen Gegenwartsfilms. 

Um jener Langeweile und Stagnation entgegenzusteuern, haben wir uns entschlossen das Nullpunkt Filmfestival aus der Taufe zu heben. Wir können für uns nicht beanspruchen, wir wären absolut objektiv in unserem Geschmack, wir können nicht behaupten, wir wären frei von Vorurteilen und wir können nicht sagen, dass wir den Richtigen gewinnen lassen.

Wir können nur hoch und heilig eines versprechen:

wir sind unabhängig.

Teilnahme

Wenn ihr einen Film habt, von dem ihr glaubt, er könnte gut bei einem Filmfestival ankommen – schickt ihn bitte wo anders hin. Seid frei und mutig und vertraut eurer künstlerischen Intuition. Denn ein Film, der stark ist in seiner Bildsprache, in seinen Schauspielern, in seiner Handlung, ist ein Film, der sich bei uns bewähren wird. Und doch gibt es etwas, auf das wir den Fokus legen wollen: den Autorenfilm. Der Filmemacher, der seine persönliche Vision auf die Leinwand überträgt. 

Das bedeutet auch, dass hier keine Namen zählen, keine Studienabschlüsse und keine Qualifikationen – schließlich befinden wir uns am Nullpunkt. 

Am Nullpunkt gibt es nichts.

Nur ein Vakuum, das es zu füllen gilt.

Und wem dies gelingt, dem winken am Ende ein Preisgeld, eine Aufführung am Premierenabend sowie auf der Webseite und natürlich der höchste Lohn - das Gefühl, dem Innersten seiner eigenen Seele im künstlerischen Schaffen Ausdruck verliehen zu haben.